W&V 06/2003, von Marcus Simon
Während die einstigen Flaggschiffe der Branche vor sich hin dümpeln, nehmen kleine, spezialisierte Multimedia-Agentutren mächtig Fahrt auf. Preis, Schnelligkeit und Flexibilität entscheiden heute im Multimedia-Geschäft über Etats. Renommee und Größe sind nebensächlich.
Es ist wie verhext. Die Big Player im Multimedia-Geschäft Pixelpark, Sinner-Schrader oder ID-Media, tun sich so schwer wie noch nie. Einst als Stars der Branche gefeiert, kämpfen sie mehr denn je um ihre Zukunft. Trotz drastischer Kosteneinsparungen und Personalkürzungen schreiben sie Miese in Millionenhöhe.
Doch der Branche geht es besser, als es die Ad-hoc Meldungen der großen Agenturen vermuten lassen. Denn kleine Anbieter rollen den Markt von hinten auf... Es ist die Sättigung des Marktes, die den Großen der Branche zu schaffen macht. Praktisch jedes Unternehmen hat inzwischen einen Internet-Auftritt. Gefragt sind daher nicht komplette Neuerstellungen, sondern Erweiterungen oder Optimierungen im Detail - und das in Form von Einzelprojekten. Hier schlägt die Stunde der Kleinen, die aufgrund geringerer Overhead-Kosten und höherer Flexibilität zumeist günstiger produzieren können als die Big Player. [...]
Auch die Freiburger Agentur Virtual-Identity konnte im Jahr 2002 entgegen dem Trend solides Neugeschäft realisieren. Darunter so renommierte Namen wie Akzo Nobel, die HVB Group, Pentapharm oder die Allianz Group. Für Führungsmitglied Udo Möbes ist es jedoch nicht minder wichtig, bestehendes Business nicht zu vernachlässigen: "Wir haben zufriedene Bestandskunden, mit denen wir zum Teil schon über zwei bis drei Jahre zusammenarbeiten - das ist schon mal die halbe Miete." Als Pluspunkt nennt Möbes die überschaubare Größe seiner Agentur. Zwar sind die Projekte dadurch kleiner als bei den großen Dienstleistern, dafür aber auch die Vertriebszyklen und die Flexibilität höher. Selbst der Verzicht auf einen Börsengang sei die richtige Entscheidung gewesen. "Dadurch haben wir keine Reibungsverluste nach außen und innen, die immer dann entstehen, wenn Unternehmen mit oftmals negativen Schlagzeilen stark in der Öffentlichkeit vertreten sind" [...]